65 Jahre deutsch-türkisches Anwerbeabkommen: Die Altersarmut der Gastarbeiter
Vorwärts | vorwaerts.de
Der Mediendienst Integration der Deutschen Rentenversicherung hat eine Auswertung vorgelegt, die zeigt, dass türkischstämmige Rentenempfängerinnen und Rentenempfänger in Deutschland im Schnitt etwa 360 Euro weniger Rente erhalten als deutsche Empfängerinnen und Empfänger. Ende 2025 belief sich der Unterschied auf 890 Euro pro Monat. Frauen sind besonders stark betroffen: Sie machen knapp über die Hälfte der türkischstämmigen Rentenempfänger aus, und ihre Renten liegen laut den Zahlen in vielen Großstädten weit verbreitet unter denen anderer Gruppen.
Der Hintergrund: Das deutsch-türkische Anwerbeabkommen aus dem Jahr 1968 hat türkische Arbeitskräfte nach Deutschland gebracht, um die Lücke auf dem Arbeitsmarkt zu schließen. Der Begriff "Gastarbeiter" ist heute umstritten, weil die türkischen Arbeitskräfte meistens wenig gastlich behandelt wurden. Viele kamen ohne gültige Aufenthaltserlaubnis, arbeiteten in prekären Verhältnissen und blieben oft jahrzehntelang in Deutschland, ohne die nötigen Rentenbeiträge abzuleisten. Das Ergebnis: eine Altersarmut, die Generationen nachwirft.
Die SPD will das System nun gerechter machen. Generalsekretär Tim Klüssendorf erklärte im Vorwärts-Interview, wie dies erreicht werden soll.

