Nach bundesweiten Jugendprotesten für soziale Gerechtigkeit, niedrigere Lebenshaltungskosten und bessere Bildung ist es am Samstagabend in mehreren deutschen Großstädten zu schweren Ausschreitungen gekommen. Während nach Angaben von Veranstaltern zuvor über 100.000 Menschen in rund 30 Städten friedlich demonstriert hatten, übernahmen nach Einbruch der Dunkelheit Krawallmacher und Extremisten das Geschehen.
Zerstörungen und Polizeieinsätze in Frankfurt, Köln, Hamburg und Berlin
Besonders schwer waren die Gewaltexzesse in Frankfurt am Main. Später warfen Demonstranten Flaschen, Steine und Pyrotechnik auf Einsatzkräfte. Die Polizei sperrte Bereiche ab und setzte Spezialkräfte sowie Wasserwerfer ein. Mehrere Geschäfte wurden beschädigt oder geplündert, darunter ein Waffengeschäft, bei dem ein Verdächtiger festgenommen und Waffen sichergestellt wurden.
Auch in Köln, Hamburg und Berlin kam es zu Randale. In Köln wurde eine Versammlung vorzeitig beendet, nachdem sich Teilnehmer vermummten und Polizisten mit Feuerwerkskörpern angriffen. In Hamburg errichteten Randalierer Barrikaden aus Baustellenmaterial und zündeten Gegenstände an, woraufhin die Polizei mit Wasserwerfern einschritt. In Berlin kam es zu Sachbeschädigungen und dem Einsatz von Pyrotechnik, während die Kundgebung der Initiative „Gen Z regelt“ am Brandenburger Tor mit bis zu 5.000 Teilnehmern weitgehend störungsfrei verlaufen war.
Politische Reaktionen und Ausblick
Bundesinnenminister Alexander Dobrindt lobte das Vorgehen der Sicherheitskräfte. Als Verantwortliche nannte er gewaltbereite linke Gruppen sowie Chaoten aus dem migrantischen Milieu. Hessens Ministerpräsident Boris Rhein zeigte sich schockiert über die Vorfälle in Frankfurt und kündigte Konsequenzen an.
Die Proteste waren von der Initiative „Gen Z regelt“ organisiert worden. Trotz der Eskalationen am Abend kündigten die Initiatoren an, sich an den europaweiten Protesten zum Internationalen Jugendstreiktag am 20. November beteiligen zu wollen.

