Diabetes-Folgen: Experten warnen vor oft übersehenen Beschwerden

Einige der häufigsten Komplikationen von Diabetes, wie Schultersteife, Karpaltunnelsyndrom und Osteoarthritis, werden oft nicht ausreichend berücksichtigt. Experten auf dem Kongress der European Association for the Study of Diabetes (EASD) 2026 in Mailand haben darauf hingewiesen, dass diese Beschwerden bei Menschen mit Diabetes häufiger auftreten und den Alltag stark beeinträchtigen können.

Die Studie von Biostatistikerin Barbara Braffett von der George Washington Universität in den USA zeigt, dass nach durchschnittlich 31 Jahren Diabetesdauer 66 Prozent der untersuchten Patienten mindestens eine Erkrankung der oberen Gliedmaßen entwickelt haben. 31 Prozent hatten eine Schultersteife, 30 Prozent ein Karpaltunnelsyndrom und 28 Prozent einen schnellenden Finger.

Die genauen Ursachen für diese Komplikationen sind noch nicht vollständig verstanden, aber mögliche Faktoren sind dauerhaft hohe Blutzuckerwerte, Veränderungen am Bindegewebe und anhaltende leichte Entzündungen. Menschen, die bereits Schäden an kleinen Blutgefäßen haben und an Nieren- und Augenerkrankungen sowie Nervenschäden leiden, sind besonders gefährdet.

Die Experten fordern, dass die Überwachung dieser Komplikationen in die routinemäßige Diabetesversorgung integriert und klinische Studien priorisiert werden, um geeignete Behandlungsstrategien zu etablieren. Die Beschwerden können zu Fehlzeiten, Anpassungen am Arbeitsplatz und einem negativen Einfluss auf das psychische Wohlbefinden führen.