EZB-Chefin Lagarde tritt vorzeitig ab

Die Europäische Zentralbank (EZB) hat bekannt gegeben, dass EZB-Präsidentin Christine Lagarde am 7. Februar 2027 vorzeitig zurücktritt. Die Amtszeit der Französin wäre regulär bis Ende Oktober 2027 geendet. Lagarde hatte zuvor den EZB-Rat und den Präsidenten des Europäischen Rates, António Costa, über ihren Rücktritt informiert.

Der Rücktritt Lagardes ermöglicht es dem scheidenden französischen Präsidenten Emmanuel Macron und Kanzler Friedrich Merz (CDU), noch vor der Wahl in Frankreich die Neubesetzung eines der wichtigsten Spitzenposten in Europa zu klären. Das Verfahren für ihre Nachfolge wird noch heute eingeleitet, um einen reibungslosen Übergang zur nächsten EZB-Führung zu gewährleisten.

Lagardes Rücktritt kommt nicht überraschend, da bereits im Februar 2026 die "Financial Times" berichtet hatte, dass Lagarde sich vor der Präsidentschaftswahl in Frankreich im April 2027 zurückziehen wolle. Hintergrund waren Sorgen, dass eurokritische Rechtspopulisten um Marine Le Pen die Wahlen in der zweitgrößten Euro-Volkswirtschaft gewinnen könnten, was die Neubesetzung der EZB-Spitze erschweren könnte.

Für die Lagarde-Nachfolge hatten sich auch Bundesbank-Präsident Joachim Nagel und andere Kandidaten ins Spiel gebracht. Ein Deutscher stand noch nie an der EZB-Spitze. Als Favoriten gelten der frühere niederländische Zentralbankchef Klaas Knot und der Spanier Pablo Hernández de Cos, der Chef der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) ist.