Die Europäische Union arbeitet verstärkt daran, ihre technologische Unabhängigkeit im Bereich der künstlichen Intelligenz auszubauen und den Rückstand gegenüber den führenden Supermächten USA und China aufzuholen. Mit milliardenschweren Investitionen, gezielten Initiativen zur Förderung europäischer Infrastrukturen und dem Abbau regulatorischer Hürden will Brüssel die Wettbewerbsfähigkeit der heimischen Tech-Branche stärken.
Ein zentraler Baustein dieser Strategie ist die Stärkung europäischer Anbieter im Bereich der Hochleistungsrechner (HPC). So hat der französische Supercomputer-Hersteller Bull AI seine Produktionskapazitäten in Angers verdoppelt, um der steigenden Nachfrage nach europäischen KI-Projekten gerecht zu werden. Das Unternehmen profitiert massiv von EU-Investitionen und konnte zahlreiche Aufträge der europäischen Supercomputer-Behörde EuroHPC gewinnen, darunter einen im vergangenen Jahr vergebenen Großauftrag für ein Rechenzentrum in Finnland.
Die EU treibt ihre Agenda für technologische Souveränität voran, nachdem Berichte und Strategiepapiere auf eine starke Abhängigkeit von ausländischen Technologiekonzernen hingewiesen hatten. Während US-amerikanische und chinesische Anbieter traditionell den Markt für Cloud-Computing und Halbleiter dominieren, setzt Brüssel neben dem Ausbau eigener Infrastrukturen auch auf offene Standards und verringerte bürokratische Hürden, um europäische Unternehmen im globalen Wettbewerb zu unterstützen.

