Retatrutide bei Schlafapnoe: Zwei Phase-3-Studien zeigen weniger Atempausen

Ein internationales Forschungsteam unter der Leitung von Ronald Grunstein hat in zwei Phase-3-Studien den Wirkstoff Retatrutide bei Erwachsenen mit Übergewicht oder Adipositas und mittelschwerer bis schwerer Schlafapnoe untersucht. Die Studien, die im New England Journal of Medicine veröffentlicht wurden, zeigten, dass die wöchentliche Injektion von Retatrutide die Ereignisrate bei Schlafapnoe um 13,0 bis 24,4 Ereignisse pro Stunde reduzierte, verglichen mit einem Placebo.

In der Studie TRIUMPH-1-OSA mit 243 Teilnehmern ohne Typ-2-Diabetes sank die Ereignisrate nach 80 Wochen um 22,9 bis 34,3 Ereignisse pro Stunde, während in der Studie TRIUMPH-2-OSA mit 448 Teilnehmern mit Typ-2-Diabetes die Reduktion 19,2 bis 25,4 Ereignisse pro Stunde betrug. Die Studien zeigten auch, dass 26,3 bis 51,6 Prozent der Probanden ohne Diabetes und 24,3 bis 39,5 Prozent der Personen mit Diabetes eine Remission oder eine leichte Form ohne Tagesschläfrigkeit erreichten, verglichen mit 12,5 bzw. 12,6 Prozent unter Placebo.

Die häufigsten Nebenwirkungen waren gastrointestinale Beschwerden, wie Durchfall und Übelkeit, die bei hohen Dosen auftraten. Der Studienleiter Grunstein ordnete an, dass der Effekt wahrscheinlich eine Folge des Gewichtsverlusts sei. Retatrutide ist ein Triple-Hormonrezeptor-Agonist, der noch nicht zugelassen ist und weiterhin untersucht wird. Es stellt keinen Ersatz für eine CPAP-Therapie dar.