Eine neu entdeckte Sicherheitslücke bedroht weltweit Millionen von Android-Smartphones. Angreifern genügt eine einzige, unsichtbare Kurzmitteilung, um die betroffenen Geräte in eine permanente und fatale Neustart-Schleife zu stürzen. Wer in dieser Situation den scheinbar naheliegenden Rettungsweg wählt, riskiert den vollständigen Verlust aller persönlichen Daten.
Das IT-Fachportal Heise.de berichtete über die Bedrohung, die vom Sicherheitsforscher Mark Blaszczyk entdeckt wurde. Betroffen von der sogenannten „SMS des Todes“ sind die Android-Versionen 12 bis 17.
Die Mechanik des Angriffs: Unsichtbare WAP-Push-Nachrichten
Für den Angriff nutzen die Täter ein in Vergessenheit geratenes Werkzeug der klassischen Mobilfunktechnik: sogenannte WAP-Push-SMS. Über diesen speziellen Kanal übermitteln Netzbetreiber im Regelfall unbemerkt Konfigurationsdaten an das Endgerät.
Hacker missbrauchen diesen Weg nun gezielt, um Schadcode auf den Geräten zu platzieren. Das tückische an dieser Methode ist, dass die Nachricht im regulären Posteingang des Opfers zu keinem Zeitpunkt auftaucht. Der digitale Infekt vollzieht sich völlig unbemerkt im Hintergrund, woraufhin das Smartphone etwa alle 90 Sekunden abstürzt und sich von selbst neu startet.
Gefährliche Sackgasse: Warum der Werkseinstellung-Befehl droht
In der andauernden Neustart-Schleife zeigt das Display des betroffenen Handys schließlich eine Aufforderung an, das System im Wartungsmodus auf die Werkseinstellungen zurückzusetzen. Sicherheitsexperten warnen jedoch eindringlich vor diesem Schritt.
Wer dem Hinweis folgt und den Befehl „Wipe data” auswählt, löscht sämtliche Fotos, Kontakte und Dokumente unwiederbringlich vom Gerät.
Schutzmaßnahmen und Rettungswege
Um die eigenen Daten vor der endgültigen Löschung zu bewahren, empfiehlt der Entdecker Mark Blaszczyk einen technischen Umweg über den Computer. Mit Hilfe des PC-Werkzeugs Android Debug Bridge (ADB) lässt sich die Endlosschleife stoppen, ohne den internen Speicher zu beschädigen. Da dieser Eingriff fortgeschrittenes Fachwissen erfordert, sollten Betroffene professionelle Hilfe im Fachhandel in Anspruch nehmen.
Google hat die kritische Schwachstelle für die neueren Android-Versionen 14 bis 17 bereits mit einem Patch geschlossen. Während Nutzer von Google Pixel-Geräten das Update sofort erhalten haben, müssen Besitzer von Smartphones anderer Hersteller wie Samsung oder Xiaomi auf die Verteilung warten, da diese oft erst mit Wochen oder Monaten Verzögerung erfolgt. Für ältere Geräte mit den Versionen Android 12 oder 13 stellt Google keine direkten Aktualisierungen mehr bereit; hier müssen die jeweiligen Hersteller aktiv werden. Experten raten Nutzern daher, in den Systemeinstellungen unter dem Menüpunkt „Softwareupdate“ regelmäßig zu prüfen, ob neue Schutzprogramme zur Verfügung stehen.

