Eine in der Fachzeitschrift Nature veröffentlichte Untersuchung von US-Forschungseinrichtungen liefert Hinweise darauf, dass der Konsum zuckerreicher Lebensmittel die negativen Auswirkungen von Antibiotika auf die Darmflora verstärken kann. Im Fokus der Analyse standen Daten von 173 Patientinnen und Patienten mit Blutkrebs, die sich im Krankenhaus einer allogenen Stammzelltransplantation unterzogen und überwiegend Breitbandantibiotika erhielten.
Auswertung von mehr als 9.000 Mahlzeiten und begleitenden Stuhlproben zeigten, dass eine höhere Zuckeraufnahme während einer Antibiotikatherapie mit einer stärkeren Abnahme der Vielfalt an Darmbakterien einherging. Statistische Modelle verdeutlichten zudem eine verstärkte Ausbreitung von Enterokokken, die bei immungeschwächten Menschen das Risiko für schwere Komplikationen erhöhen können. Ergänzende Tierversuche an Mäusen unter dem Einsatz von Antibiotika und zuckerreicher Ernährung stützten diesen Verdacht.
Fachleute betonen jedoch, dass die Ergebnisse nicht pauschal auf gesunde Menschen mit kurzen Antibiotikabehandlungen übertragen werden können und keine generellen Verbote rechtfertigen. Insbesondere bei Krebspatienten mit Appetitverlust oder Gewichtsverlust dürfen einschränkende Diäten ohne Rücksprache mit dem Behandlungsteam nicht eigenständig durchgeführt werden. Verordnete Antibiotika sollten zudem stets streng nach ärztlicher Anweisung eingenommen und keinesfalls eigenmächtig abgesetzt werden.

