Ausschreitungen überschatten bundesweite Jugendproteste

Nach weitgehend friedlichen Demonstrationen von Zehntausenden jungen Menschen ist es am Samstagabend und in der Nacht in mehreren deutschen Städten zu Ausschreitungen gekommen. Während die Kundgebungen am Nachmittag – unter anderem im Rahmen der Initiative „Gen Z regelt“ am Brandenburger Tor in Berlin mit bis zu 5.000 Teilnehmenden – überwiegend friedlich und störungsfrei verliefen, übernahmen nach Einbruch der Dunkelheit in einigen Regionen Krawallmacher das Geschehen.

Besonders betroffen war die Frankfurter Innenstadt. Dort kam es laut übereinstimmenden Berichten zu gewalttätigen Szenen und Plünderungen. Teils vermummte Randalierer schlugen und traten Schaufenster ein, demolierten diese mit Gegenständen und stahlen unter anderem Turnschuhe. Auch ein Waffengeschäft wurde zielgerichtet attackiert. Nach Einschätzung von Behörden hatten sich Extremisten und gewaltbereite Personen offenbar gezielt unter die zuvor friedlichen Demonstrierenden gemischt, um die Situation für Krawalle auszunutzen.

In der Hauptstadt Berlin, wo die zentrale Kundgebung stattfand, blieb die Lage im Gegensatz dazu vergleichsweise ruhig. Zwar verzeichnete die Polizei vereinzelte Störungen, schwerwiegende Vorfälle oder die befürchteten massiven Plünderungen blieben dort jedoch aus. Die Sicherheitskräfte in den betroffenen Städten waren mit starken Verbänden im Einsatz, um die Lage im Laufe der Nacht wieder unter Kontrolle zu bringen.