Das Bundeskartellamt hat eine weitere Entscheidung zum Verkauf der deutschen Tegut-Märkte getroffen. Der Handelskonzern Rewe darf bundesweit 38 Filialen übernehmen, darunter einen Markt im Süden von Erfurt. Ursprünglich hatte Rewe 40 Standorte beantragt, allerdings lehnte das Kartellamt zwei hessische Filialen aus Wettbewerbsgründen ab. Rewe kündigte an, aus den übernommenen Tegut-Standorten entweder eigene Märkte oder Penny-Discounter zu machen, ließ konkrete Details jedoch zunächst offen.

Hintergrund der Umstrukturierung ist der Rückzug der Schweizer Muttergesellschaft Migros vom deutschen Markt, der im März angekündigt wurde. Im Zuge dessen wird die Marke Tegut aufgegeben. Neben der jüngsten Rewe-Entscheidung sind bereits weitere Übernahmen geregelt worden: Edeka erhielt im September grünes Licht für bundesweit 177 Tegut-Märkte, darunter 24 in Thüringen. Allerdings untersagte das Kartellamt Edeka 24 weitere Anträge für vier Jahre – fünf davon in Thüringen –, da andernfalls ein zu hoher Marktanteil und eine Behinderung des wirksamen Wettbewerbs befürchtet wurden.

Zudem sollen zehn Thüringer Tegut-Märkte an Tante Enso übergehen, wofür die Behörde überwiegend grünes Licht gab. Die Zukunft von weiteren 15 Tegut-Filialen in Thüringen, wie etwa in Nordhausen, Saalfeld und Zella-Mehlis, ist derzeit noch ungeklärt. Die Schweizer Mutter Migros verwies diesbezüglich auf ein laufendes Bieterverfahren.