Die Filariose ist eine durch Fadenwürmer (Filarien) ausgelöste Infektionskrankheit, die vor allem in tropischen und subtropischen Regionen Afrikas, Südamerikas und Südostasiens vorkommt. Da es gegen die Erkrankung keine Impfung gibt, ist ein konsequenter Schutz vor Insektenstichen für Reisende die wichtigste Präventionsmaßnahme.
Übertragung und Risiken
Die Erreger werden durch Insektenstiche, insbesondere von Mücken, auf den Menschen übertragen. Die Larven gelangen in das Lymphsystem oder das Unterhautgewebe, wo sie zu erwachsenen Würmern heranreifen. Ein erhöhtes Infektionsrisiko besteht insbesondere für Langzeitreisende oder Personen, die sich beruflich häufig in den betroffenen Gebieten aufhalten.
Symptome und Verlauf
Eine Infektion verläuft oft über Monate oder Jahre unbemerkt. Während viele Betroffene lange symptomfrei bleiben, kann es im akuten Stadium zu Fieberschüben sowie Entzündungen der Lymphknoten und -gefäße kommen. Im chronischen Stadium der lymphatischen Filariose drohen durch dauerhafte Lymphabflussstörungen schwere Schwellungen (Lymphödeme). In fortgeschrittenen Fällen kann die Haut stark verdicken und verhärten, was als Elephantiasis bezeichnet wird.
Schutzmaßnahmen für Reisende
Da keine Impfung existiert, empfiehlt der ADAC Reisenden in Risikogebieten folgende Schutzmaßnahmen:
- Tragen von heller, langärmeliger Kleidung.
- Regelmäßige Anwendung von Mückenschutzmitteln.
- Verwendung von Moskitonetzen über dem Schlafplatz.
- Nutzung von Fliegengittern sowie Ventilatoren oder Klimaanlagen zur Insektenabwehr.
Bei Verdacht auf eine Infektion ist eine ärztliche Abklärung notwendig, da die Diagnose komplex sein kann und der Nachweis der Erreger unter anderem vom Tageszeitpunkt der Blutabnahme abhängt. Die Behandlung erfolgt medikamentös, ergänzt durch physiotherapeutische Maßnahmen bei Lymphödemen.
