Kölner Forschung entschlüsselt: Wie Kälte den Alterungsprozess verlangsamt

Ein Forschungsteam der Universität zu Köln hat einen entscheidenden biologischen Mechanismus identifiziert, der erklärt, warum kühle Temperaturen die Lebensdauer verlängern können. Die in der Fachzeitschrift Nature veröffentlichte Studie zeigt, dass der Stoffwechselweg des Moleküls Dihydrobiopterin (BH2) dabei eine zentrale Rolle spielt.

Die Rolle der Muskulatur

Unter der Leitung von David Vilchez vom Exzellenzcluster CECAD und dem Center for Molecular Medicine Cologne fanden die Wissenschaftler heraus, dass die Muskulatur als primärer Produktionsort für BH2 fungiert. Dieser Stoffwechselweg wird durch mäßige Kälte aktiviert und trägt maßgeblich zur sogenannten Proteostase bei – der Aufrechterhaltung der Proteinqualität in den Zellen.

Die Erkenntnisse könnten weitreichende Folgen für die medizinische Forschung haben. Da Kälte als einer der effektivsten Faktoren zur Verzögerung von Alterungsprozessen gilt, bieten die neuen Daten Ansätze für künftige Therapien gegen altersbedingte Erkrankungen, insbesondere neurodegenerative Leiden wie Huntington und ALS. Das Projekt entstand in enger Zusammenarbeit mit den Laboren von Thorsten Hoppe und Christian Frezza am CECAD.