Angesichts massiven Drucks aus Washington zeigt sich der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj grundsätzlich bereit, die Angriffe auf russische Ölanlagen einzustellen. Wie er in einem Interview mit dem US-Sender Fox News betonte, ist dieser Schritt jedoch an konkrete Bedingungen geknüpft. Demnach fordert Kiew entweder, dass auch Russland seine Angriffe auf das ukrainische Energiesystem vollständig einstellt, oder dass die USA dringend benötigte Luftabwehrraketen liefern.
Vorausgegangen waren Gespräche zwischen Selenskyj, US-Präsident Donald Trump und dessen Stab. Das Weiße Haus drängt auf einen Stopp der ukrainischen Angriffe auf russische Raffinerien, da Washington diese als mitverantwortlich für steigende Energiepreise ansieht. Selenskyj bot den USA konkret an, die Attacken auf russische Ölanlagen für einen Monat auszusetzen, falls Washington für diesen Zeitraum entsprechende Patriot-Systeme bereitstellt. Für die Finanzierung wolle die Ukraine selbst sorgen.
Die Ukraine ist stark auf westliche Luftabwehr angewiesen, um russische Geschosse abzuwehren, beklagt jedoch seit Wochen schwindende Bestände. Zwar genehmigte die US-Regierung kürzlich den Verkauf von 500 Patriot-Abfangraketen, bis zu deren tatsächlicher Lieferung könnten jedoch Jahre vergehen. Selenskyj forderte deshalb eine Übergangslösung, bei der Bestände aus den USA und europäischen Verbündeten vorab abgegeben werden. Unterdessen stehen die USA innenpolitisch unter Druck, da die Treibstoffpreise vor den anstehenden Kongresswahlen stark gestiegen sind.

