Wer in seiner Kindheit Windpocken hatte, trägt das auslösende Varizella-Zoster-Virus ein Leben lang in sich. Nach überstandenen Windpocken ziehen sich die Erreger in den Körper zurück und verbleiben in einem Schlummermodus in den Nervenzellen. Durch eine Schwächung des Immunsystems – etwa altersbedingt, durch Stress, andere Erkrankungen oder Medikamente – können die Viren reaktiviert werden und eine Gürtelrose (Herpes zoster) auslösen. Dies betrifft in Deutschland jährlich rund 350.000 bis 400.000 Menschen, wobei zwei Drittel der Betroffenen über 50 Jahre alt sind.
Typische Symptome der Erkrankung sind brennende, rote Hautbläschen, die häufig gürtelförmig auf einer Körperseite am Rumpf auftreten, begleitet von Nervenschmerzen. Allerdings kann eine Gürtelrose den gesamten Körper betreffen, einschließlich Gesicht, Augen, Ohren und inneren Organen. Bei einem Verdacht raten Mediziner zu einem schnellen Arztbesuch, da antivirale Medikamente das Virus im Frühstadium bremsen und das Risiko für Komplikationen senken können. Unbehandelt oder als Langzeitfolge können bei bis zu 20 Prozent der Patienten quälende, jahrelange Nervenschmerzen (Post-zoster-Neuralgie) auftreten.
Gegen die Reaktivierung existiert eine von der Ständigen Impfkommission (Stiko) empfohlene Schutzimpfung. Sie wird regulär für alle Personen ab 60 Jahren sowie für Menschen mit Vorerkrankungen bereits ab 18 Jahren empfohlen; die Kosten werden von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen. Auch nach einer überstandenen Gürtelrose ist die Impfung sinnvoll, da das Virus im Körper verbleibt und mehrfach reaktiviert werden kann. Während Gürtelrose selbst deutlich weniger ansteckend ist als Windpocken, sollten Betroffene den direkten Kontakt mit Schwangeren, Säuglingen und immungeschwächten Personen meiden.

