Vor einem zweitägigen Krisengipfel im Berliner Konrad-Adenauer-Haus wächst der Unmut an der CDU-Basis über die Bundesparteispitze und Bundeskanzler Friedrich Merz. Mehrere Kreisvorsitzende aus Thüringen und Brandenburg übten scharfe Kritik am Berliner Führungspersonal und berichteten teilweise von spürbaren Parteiaustritten.
Zu dem am Montag beginnenden Treffen werden mehr als 100 Lokalpolitiker aus ganz Deutschland im Bundesparteisitz erwartet, um sich unter anderem mit Merz und Generalsekretärin Franziska Hoppermann auszutauschen. Regionale Parteivertreter bemängeln jedoch mangelnde Ergebnisse der Bundespolitik und bezweifeln die Autorität der Parteispitze. So erklärte Hannes Raebel, CDU-Chef im Kreis Weimarer Land, er habe nur noch „sehr wenig Vertrauen“ in das Führungspersonal und forderte einen offenen Aussprache-Format statt formaler Programmdiskussionen.
Auch aus Brandenburg kommen deutliche Warnsignale. Désirée Schrade, CDU-Kreischefin in Frankfurt (Oder), sprach von einer „dunkelroten“ Alarmlampe und berichtete von Austritten, die explizit mit der Unzufriedenheit über die Bundespolitik begründet würden. Kritisiert wurden zudem finanzielle Belastungen der Kommunen sowie geplante Abgaben wie die Zucker- und Plastiksteuer.
